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ramen·suppe
Rezept · Japanisch

Chashu — der perfekte Ramen-Schweinebauch

Saftiger japanischer Chashu-Schweinebauch in 3 Stunden: gerollt, geschmort, hauchdünn geschnitten. Bonus: Die Marinade ergibt eine Premium-Tare für die nächste Ramen.

Vorbereitung
20 min
Kochzeit
3 h 10 min
Portionen
8-10 Portionen
Niveau
Mittel
Zubereitung

Schritt für Schritt

  1. Schweinebauch rollen und binden

    Den Schweinebauch flach auf das Schneidebrett legen, mit der Hautseite nach unten. Fest von der langen Seite her aufrollen — wie eine Roulade. Mit Küchengarn in Abständen von 2-3 cm fest umwickeln. Wichtig: möglichst kompakte, gleich­mäßige Rolle, damit alle Scheiben später gleich aussehen.

  2. Anbraten

    Großen Topf oder Bräter trocken erhitzen. Schweinebauch-Rolle rundherum bei mittlerer Hitze anbraten — von jeder Seite 2-3 min, bis goldbraun. Das Fett tritt aus, das brauchst du nicht zusätzlich.

  3. Aromaten anrösten

    Knoblauch, Ingwer, Frühlingszwiebeln-Grün und Pfefferkörner zum Schweinebauch in den Topf. Kurz mitrösten, bis es duftet — ca. 1 min.

  4. Marinade ablöschen

    Sake und Mirin angießen, kurz aufkochen lassen. Sojasoße, Wasser, Zucker und Sternanis dazu. Die Flüssigkeit sollte den Schweinebauch zu etwa 2/3 bedecken — falls nicht: etwas mehr Wasser nachgießen.

  5. Lange schmoren

    Hitze auf niedrigste Stufe zurückschalten. Topf abdecken, aber leicht versetzt, sodass Dampf entweichen kann. 3 Stunden ganz sanft schmoren lassen — die Flüssigkeit soll nur leise pulsieren, nicht kochen. Alle 30 min einmal wenden, damit die Rolle gleichmäßig zieht.

  6. Testen und abkühlen lassen

    Nach 3 h sollte ein Holzspieß ohne Widerstand durch die Rolle gleiten. Topf vom Herd, Rolle in der Marinade vollständig abkühlen lassen — am besten über Nacht im Kühlschrank. Das macht das Fleisch fester und ermöglicht saubere Scheiben.

  7. In Scheiben schneiden

    Garn entfernen. Mit einem sehr scharfen Messer (Yanagiba oder Santoku) Scheiben von 3-5 mm Dicke schneiden. Tipp: Die Rolle leicht gefroren (30 min im Tiefkühler) schneidet noch sauberer.

  8. Vor dem Servieren erwärmen

    Chashu-Scheiben in einer Pfanne kurz anbraten (1 min pro Seite) oder direkt mit der heißen Ramen-Brühe übergießen. Die Marinade ist eine Premium-Tare-Basis — durch ein Sieb passieren und für deine nächste Ramen aufheben (hält 2 Wochen im Kühlschrank, eingefroren 3 Monate).

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Was ist Chashu?

Chashu (チャーシュー) ist gerollter, lange geschmorter Schweinebauch in einer Soja-Mirin-Sake-Marinade. Der Name leitet sich vom chinesischen Char Siu ab — die Methoden sind aber unterschiedlich. Char Siu wird gegrillt oder gebraten, Chashu wird geschmort. Das Ergebnis: butterzartes Fleisch, das auf der heißen Brühe fast zerfällt, süß-salzig durchgezogen, mit einer Marinade, die zur Hälfte das Gericht macht.

Warum rollen?

Die Roll-Variante ist Restaurant-Standard, weil sie zwei Vorteile hat:

  • Gleichmäßige Scheiben. Eine Rolle ergibt runde, optisch perfekte Chashu-Scheiben — die fotogenen Toppings auf jeder Profi-Ramen.
  • Fett-Fleisch-Verhältnis stabil. Jede Scheibe hat dieselbe Schichtung aus Fett und Fleisch. Bei einem flachen Stück Bauch wäre die letzte Scheibe oft fast nur Fett.

Wer es einfacher mag, kann den Schweinebauch auch flach schmoren — ergibt geschmacklich dasselbe, nur optisch weniger Restaurant-Look.

Schnellvariante: Schweinerollbraten in 90 Minuten

Keine 3 Stunden Zeit? Schweinerollbraten (kleines, festes Stück, ca. 800 g) statt Schweinebauch verwenden:

  1. Anbraten wie oben.
  2. Marinade-Mengen halbieren (Rollbraten ist kleiner und magerer).
  3. Nur 75 min schmoren bei niedriger Hitze.
  4. 30 min in der Marinade abkühlen lassen, dann schneiden.

Geschmack: etwas weniger Schmelz als Bauch, dafür magerer und kalorienärmer. Eine legitime Alltagsvariante.

Vegetarische Alternative: Pilz-Chashu

Für vegane oder vegetarische Ramen ergibt Kräuterseitling einen erstaunlich fleischähnlichen Ersatz:

  1. 2-3 große Kräuterseitlinge der Länge nach in 8 mm dicke Scheiben schneiden.
  2. In einer Pfanne mit etwas Sesamöl bei mittlerer Hitze 4-5 min pro Seite goldbraun braten.
  3. Mit der gleichen Marinade (halbe Menge, 200 ml reichen) ablöschen und 10 min einreduzieren.
  4. Marinade soll sirupartig glasieren. Servieren wie klassische Chashu-Scheiben.

Die Marinade weiterverwenden

Was nach dem Schmoren übrig bleibt, ist Gold. Diese Flüssigkeit ist eine konzentrierte Chashu-Tare und liefert die Shoyu-Basis für jede zukünftige Ramen-Schale:

  • Durch ein Sieb passieren, in ein steriles Glas füllen.
  • Kühlschrank: 2 Wochen haltbar.
  • Eingefroren in Eiswürfel-Formen: 3-4 Monate.
  • Verwendung: 2-3 EL Tare in die vorgewärmte Schale, mit heißer Brühe aufgießen.

Lagerung

Chashu-Rolle ungeschnitten in einem Stück hält im Kühlschrank 1 Woche, eingefroren 3 Monate. In Scheiben geschnitten: 3-4 Tage im Kühlschrank. Beim Aufwärmen entweder kurz in der Pfanne anrösten oder mit heißer Brühe übergießen — nicht in der Mikrowelle, das macht das Fleisch zäh.

Welcher Schweinebauch?

Idealerweise ohne Knochen, mit Schwarte — die Schwarte kannst du vor dem Rollen abschneiden oder dran lassen (wird beim Schmoren weich, manche mögen die Konsistenz). Wichtig: möglichst gleichmäßig dick, sonst wird die Rolle krumm. 1,2-1,5 kg ist eine gute Größe für 8-10 Portionen.

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