Menma — fermentierte Bambussprossen selbst gemacht
Menma in 30 Minuten: Dosen-Bambussprossen in Sojasoße, Mirin und Sake mariniert ergeben das klassische Ramen-Topping mit knackiger Textur und süß-salzigem Umami.
Schritt für Schritt
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Bambussprossen vorbereiten
Bambussprossen aus der Dose abtropfen lassen, unter kaltem Wasser abspülen — das entfernt die Lake. Mit einem scharfen Messer in Streifen von ca. 5 mm Breite und 5-7 cm Länge schneiden. Frische Bambussprossen: zuerst 20 min in Wasser mit einer Prise Reismehl vorkochen, dann genauso schneiden.
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Sud ansetzen
Wasser, Sojasoße, Sake, Mirin und Zucker in einem kleinen Topf vermischen. Aufkochen lassen, bis sich der Zucker auflöst. Wer Bonitoflocken hat: jetzt dazugeben.
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Bambussprossen einlegen
Bambussprossen-Streifen in den heißen Sud. Hitze reduzieren auf niedrige Stufe — die Flüssigkeit soll nur leise simmern, nicht kochen.
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Lange ziehen lassen
20 min sanft köcheln lassen. Die Bambussprossen sollen den Sud aufnehmen — am Ende ist die Flüssigkeit fast aufgesogen. Falls noch viel Flüssigkeit übrig: Hitze erhöhen und einreduzieren, bis nur ein dünner Sirup zurückbleibt.
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Mit Sesamöl finishen
Vom Herd nehmen, Sesamöl und Pfeffer untermischen. Das Sesamöl bringt den finalen Aroma-Kick und sollte nicht mitgekocht werden.
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Abkühlen und lagern
In einem sterilen Glas im Kühlschrank lagern. Vor dem Servieren mindestens 4 Stunden ziehen lassen, idealerweise über Nacht — der Geschmack wird tiefer und runder. Hält 2 Wochen.
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Was ist Menma?
Menma (メンマ) sind getrocknete, fermentierte und in einer süß-salzigen Soja-Marinade eingelegte Bambussprossen. In Japan auch unter dem älteren Namen Shinachiku (支那竹) bekannt. Charakteristisch ist die knackige, fast schon knorpelige Textur und ein süß-würzig- leicht erdiges Aroma. Klassisches Ramen-Topping, besonders auf Shoyu und Miso — bringt Biss und eine Geschmacks-Schicht, die Chashu und Ei nicht abdecken.
Frische Bambussprossen oder aus der Dose?
Industriell hergestelltes Menma wird aus speziell fermentierten Bambussprossen-Sorten produziert (vor allem Mōsōchiku). Für die Hausvariante gibt es zwei realistische Wege:
- Dosen-Bambussprossen aus dem Asia-Markt — der pragmatische Weg. Sie sind bereits gekocht und mild, du musst sie nur abspülen, schneiden und marinieren. Empfehlung für 95 % aller Hobby-Köche.
- Frische Bambussprossen (im Frühling im gut sortierten Asia-Markt erhältlich) — der „Profi"-Weg. Mehr Aufwand: 20 min vorkochen in Wasser mit einer Prise Reismehl (Reismehl bindet Bitterstoffe), dann wie Dosen-Variante weiterverarbeiten. Geschmacklich intensiver, knackiger.
Echte fermentierte Menma kannst du zu Hause nicht in zwei Tagen nachstellen — das dauert Wochen und braucht spezifische Bakterienkulturen. Die hier vorgestellte Marinaden-Variante ist der bewährte Restaurant-Hack und schmeckt für 90 % aller Gäste „authentisch".
Quick-Variante in 30 Minuten
Wer es noch schneller will: gleiche Marinade, aber 10 min köcheln statt 20. Funktioniert, schmeckt aber etwas weniger durchgezogen. Wer eine Schale Ramen gerade braucht und Menma als Last-Minute-Topping nachschiebt, ist damit gut bedient.
Wie viel Menma pro Schale?
Klassisch 6-10 Streifen pro Schale, neben den anderen Toppings angerichtet. Das hier gemachte Rezept reicht für 4 Schalen mit Reserven — bei kleineren Portionen einfach die Mengen halbieren.
Häufige Fehler
- Zu kurz ziehen lassen. Die Marinade muss Zeit haben, in die Bambussprossen zu ziehen. Frisch gemachtes Menma schmeckt flach — über Nacht wird daraus ein Topping.
- Zu starkes Kochen. Aggressives Kochen macht die Bambussprossen weich und zerstört die charakteristische Textur. Immer nur sanft simmern.
- Sesamöl mitkochen. Geröstetes Sesamöl verliert sein Aroma bei Hitze. Immer erst am Ende nach dem Vomherdnehmen einrühren.
- Zu salzig würzen. Sojasoße ist schon sehr salzig — die Menge im Rezept ist bewusst moderat, weil das Topping zusätzlich zur salzigen Tare auf der Brühe liegt. Nicht „nachsalzen".
Lagerung
Im Kühlschrank in einem verschlossenen Glas 2 Wochen haltbar. Die Flüssigkeit sollte das Menma immer bedecken. Tipp: Beim Servieren mit einer sauberen Gabel oder einem Löffel herausnehmen — nicht mit den Fingern. Hält eingefroren 3 Monate, allerdings verlieren die Streifen dann etwas an Textur. Für maximale Knackigkeit immer frisch zubereiten und innerhalb der 2 Wochen verbrauchen.
Wo bekommst du Bambussprossen?
- Asia-Markt: immer auf Lager, meist in Dosen oder im Tetrapak.
- Online-Shops: Eingelegte Bambussprossen-Streifen aus chinesischer oder thailändischer Produktion. Schmeckt mild.
- Japanische Spezialitätenhändler: Echtes Shinachiku fertig fermentiert — am authentischsten, aber teuer und nicht immer vorrätig.
Variante: scharfe Menma
Wer mag, gibt der Marinade einen Schärfe-Kick: 1 TL Sesam-Chiliöl statt des klassischen Sesamöls am Ende, oder 1 fein geschnittene Bird's-Eye-Chili in den Sud. Passt besonders zu Miso-Ramen und Tantanmen.
Variante: extra-umami
Wer richtig auf Tiefe gehen will: 1 EL fermentierte Misopaste zusätzlich in den Sud rühren. Macht die Menma cremiger und intensiver. Klassisch wird das nicht so gemacht, aber als Hausmacher-Variante kannst du dir das erlauben.