Zum Hauptinhalt springen
ramen·suppe
Rezept · Japanisch

Vegetarische Ramen mit Miso-Butter

Vegetarische Ramen mit Kombu-Shiitake-Dashi, gerösteter Gemüsebrühe, Miso-Tare, Butter und wachsweichem Ei — vollmundig ohne Fleisch und ohne Fisch, fertig in 70 Minuten.

Vorbereitung
20 min
Kochzeit
50 min
Portionen
4 Portionen
Niveau
Mittel
Zubereitung

Schritt für Schritt

  1. Kombu und Shiitake einweichen

    Kombu und getrocknete Shiitake in einem großen Topf mit 1,8 l kaltem Wasser übergießen und 20 min einweichen. In der Zeit Zwiebeln, Lauch, Karotten, Ingwer und Knoblauch vorbereiten.

  2. Dashi langsam erhitzen

    Den Topf auf mittlere Hitze stellen und langsam erwärmen (ca. 10 min). Sobald sich am Rand kleine Bläschen bilden und das Wasser kurz vor dem Sieden ist, den Kombu herausnehmen — gekocht wird er schleimig und bitter. Die Shiitake bleiben im Topf.

  3. Gemüse kräftig rösten

    Parallel 1 EL Öl in einer großen Pfanne stark erhitzen. Zwiebeln mit der Schnittfläche nach unten, Lauch und Karotten darin 8–10 min rösten, bis die Schnittflächen dunkelbraun sind. Diese Röstaromen ersetzen einen Teil der Tiefe, die sonst aus Knochen kommt.

  4. Brühe köcheln

    Das geröstete Gemüse mit Ingwer und Knoblauch in die Dashi geben. Die Pfanne mit einer Kelle Brühe ablöschen, den Bratensatz loskratzen und ebenfalls in den Topf geben. Alles 30 min sanft simmern lassen, nicht sprudelnd kochen.

  5. Eier kochen

    Während die Brühe zieht: Eier 6:30 min in sprudelnd kochendem Wasser garen, sofort in Eiswasser abschrecken und schälen. Hast du Ajitsuke Tamago vom Vortag, entfällt dieser Schritt.

  6. Tare anrühren

    Miso-Paste, 2 EL Sojasauce, Mirin und Sesampaste in einer Schüssel glatt rühren und auf 4 vorgewärmte Schalen verteilen.

  7. Abseihen und Shiitake braten

    Brühe durch ein feines Sieb gießen, es bleiben ca. 1,4 l. Gemüse entsorgen, Shiitake herausfischen, Stiele abschneiden und Hüte in Streifen schneiden. In der Pfanne mit 1 TL Öl 2 min braten und mit 1 EL Sojasauce ablöschen. Brühe zurück in den Topf und heiß halten.

  8. Pak Choi und Nudeln garen

    Pak Choi 1–2 min in der heißen Brühe garen und herausnehmen. Nudeln in einem separaten Topf mit reichlich Wasser nach Packungsangabe kochen, gut abtropfen lassen, nicht abschrecken.

  9. Anrichten

    Je ca. 350 ml heiße, nicht kochende Brühe in die Schalen auf die Tare gießen und glatt rühren. Nudeln hineingeben, mit halbiertem Ei, Shiitake, Pak Choi, Mais, Frühlingszwiebeln, Nori und Sesam belegen. Zum Schluss ein Stück Butter auf den Mais setzen und nach Belieben Chiliöl darüber geben.

Vegetarisch statt vegan: Was diese Ramen anders machen

Unsere veganen Ramen kommen ohne jedes tierische Produkt aus und holen ihre Tiefe aus Tofu und gerösteten Sojabohnen. Diese vegetarische Variante darf zwei Zutaten nutzen, die eine Schale Ramen sofort runder machen:

  • Ei — ein wachsweiches Ei oder noch besser ein mariniertes Ajitsuke Tamago bringt Cremigkeit und Würze in jede Schale.
  • Butter — wie bei Sapporo-Miso-Ramen kommt ein Stück Butter auf den Mais. Sie schmilzt in die Brühe und gibt ihr das Fett, das sonst Schweine- oder Hühnerbrühe liefert.

Die Basis bleibt pflanzlich: Eine Dashi aus Kombu und getrockneten Shiitake liefert Umami, das stark geröstete Gemüse (Zwiebel, Lauch, Karotte) Süße und Röstaromen.

Versteckter Fisch: Darauf musst du achten

Viele Ramen, die vegetarisch aussehen, sind es nicht. Die häufigsten Fallstricke:

  • Dashi-Pulver und Dashi-Granulat basieren fast immer auf Katsuobushi (Bonitoflocken) — das ist Fisch. Für dieses Rezept also immer selbst aus Kombu und Shiitake ansetzen.
  • Miso mit Dashi-Zusatz: Manche Miso-Pasten sind bereits mit Fischbrühe vorgewürzt. Ein Blick auf die Zutatenliste hilft. Welche Sorte wofür passt, steht in unserem Miso-Sorten-Vergleich.
  • Instant-Brühen und Würzbeutel enthalten teils Fischextrakt, Hühnerfett oder Rindfleischaroma, auch wenn „Gemüse" auf der Packung steht.
  • Käse mit tierischem Lab: Wer streng vegetarisch isst, achtet bei Käse auf mikrobielles Lab.

Varianten: Shoyu-Tare oder Käse

Shoyu statt Miso: Ersetze die Miso-Tare durch 8 EL Sojasauce und 2 EL Mirin, kurz zusammen aufkochen und auf die 4 Schalen verteilen. Die Butter kannst du dann weglassen oder durch ein paar Tropfen geröstetes Sesamöl ersetzen — das Ergebnis ist klarer und salziger.

Käse-Variante: Lege pro Schale eine Scheibe Schmelzkäse auf die heiße Brühe und rühre sie unter. Das ist die Idee unserer Cheese Ramen, hier aber mit der vegetarischen Brühe statt Instant-Würzbeutel.

Tipps für mehr Tiefe

  • Gemüse wirklich dunkel rösten. Hellbraun reicht nicht — erst die fast schwarzen Schnittflächen der Zwiebeln geben der Brühe Farbe und Süße.
  • Miso nie mitkochen. Die Tare kommt in die Schale, die Brühe wird nur heiß darüber gegossen. Kochendes Miso verliert Aroma.
  • Dashi über Nacht ansetzen: Wenn du Zeit hast, Kombu und Shiitake schon am Vorabend im Kühlschrank einweichen. Das Umami wird deutlich intensiver.
  • Grüne Akzente: Statt Pak Choi passen auch Spinat oder Brokkoli. Wie du Pak Choi richtig für Ramen zubereitest, zeigen wir im Pak-Choi-Guide.

Aufbewahrung

Die abgeseihte Brühe hält im Kühlschrank 3 Tage und lässt sich gut einfrieren. Bewahre Brühe, Tare und Toppings getrennt auf und koche die Nudeln immer frisch — in der Brühe gelagert werden sie weich. Selbst gemachte Nudeln passen hervorragend dazu: Die Anleitung findest du unter Ramen-Nudeln selber machen.